Die Lukas- und die Lutherhausgemeinde sind seit 1. Januar 2005 zu einer Evangelischen Lukas- und Lutherhausgemeinde fusioniert. Die beiden Kirchen bleiben als Predigt- und Veranstaltungsorte bestehen.

 

Die Lukaskirche

Die Eduard-Pfeiffer-Siedlung vom Teckplatz aus

Der Spatenstich zum Bau der Lukaskirche war am 5. Oktober 1896. Am 19. März 1899 im Beisein des württembergischen Königpaares eingeweiht.

Der Turm ist 61m hoch und ist weithin sichtbar. 5 Glocken hängen im Turm, rufen Sonntags zum Gottesdienst, schlagen die Zeit und verkündigen Taufen und Bestattungen in der Gemeinde. 12 Türen führen in das Innere des Kirchenraumes. Die Orgel mit 3.000 Pfeifen und 35 Registern ist dem großen Raum angepasst und erklingt außer in Gottesdiensten auch bei zahlreichen Kirchenkonzerten, die unter anderem auch von der Lukas-Kantorei gestaltet werden.

Der Innenraum der Kirche bietet ca. 700 Menschen Platz.

Im Zweiten Weltkrieg war die Kirche völlig ausgebrannt. Von der ursprünglichen Ausstattung ist deshalb fast nichts mehr vorhanden: die alten Chorfenster wurden völlig zerstört. Nur das kleine, runde Abendmahlsfenster aus der Erbauerzeit hat sich erhalten: es befindet sich im westlichen Treppenaufgang zur Hauptempore.

Heute erstrahlt die Kirche im Innern wieder in stiller Monumentalität. 1951 wurde der Altarbereich grundlegend umgestaltet:

Fünf neugotische, farbige Chorfenster, 1978 gestaltet von Prof. Hans-Gottfried von Stockhausen und ein über vier Meter hohes Kruzifix von Helmut Uhrig geben dem Altarraum Würde. Helmut Uhrig gestaltete auch die Kanzel, den Taufstein und die Fenster unter der Seitenempore.

Die evangelische Kirche, im neugotischen Stil mit rotem Klinker ausgeführt, ist mit ihrem 60 Meter hohen Turm das Wahrzeichen in Ostheim. Der Stuttgarter Bankier Eduard von Pfeiffer hatte 1866 den "Verein für das Wohl der arbeitenden Klasse" ins Leben gerufen und mit Teilen seines Vermögens ausgestattet. Der Verein errichtete von 1891 bis zur Jahrhundertwende die sorgfältig geplante Siedlung Ostheim mit rund 360 Häusern. Heute ist die "Eduard von Pfeiffer-Siedlung" mit der Lukaskirche im Mittelpunkt ein städtebauliches und architektonisches Kleinod. Rote und gelbe Klinkerfassaden, individuell verziert mit Steinen anderer Farbe, mit gusseisernen Balkonen und variierenden Giebelformen sorgen für Abwechslung. Kein Haus gleicht dem anderen – eine bewußte Abkehr von öden Mietskasernen und monotonen Reihenhauszeilen.

Im Jahr 1899, als die Lukaskirche eingeweiht wurde, gehörten 3742 Gemeindeglieder zur Lukasgemeinde. Diese Zahl wuchs über die Jahrzehnte auf bis zu 13000 Gemeindegliedern an. Dieser Trend hat sich in den vergangenen Jahren wieder umgekehrt. Ostheim ist ein multikulturell geprägter Stadtteil, in dem die Einwohner ganz unterschiedlichen Religionsgemeinschaften angehören. Auch die Abwanderung aus der Stadt heraus ist nach wie vor hoch. So liegen wir heute mit etwa 2800 Gemeindegliedern unter dem Stand der Gründungszeit.

Doch zeigt sich das Gemeindeleben nach wie vor rege und lebendig. Zahlreiche Gruppen für Jüngere und Ältere treffen sich regelmäßig um miteinander zu diskutieren, zu musizieren und zu beten. Außerdem gibt es mehrere Wandergruppen und Seniorenkreise.

Als Räume stehen neben dem Kirchenraum die Begegnungsstätte im Untergeschoss zur Verfügung, sowie seit Oktober 2016 das schöne Gemeindehaus auf der Westseite der Lukaskirche.

Das Lutherhaus

Alles unter einem Dach im Lutherhaus

Die Lutherhauskirche wurde 1928 als Reformkirche eingeweiht. Sie wurde gleichzeitig mit der neu entstehenden Raitelsbergsiedlung gebaut.

Reformkirche heißt, dass Kirchensaal, Gemeinderäume, Kindergarten und Wohnungen unter einem Dach vereint sind. Lange war dies ein zukunftsträchtiges Gemeindemodell.

 

Doch die Situation für eine evangelische Gemeinde wurde in den letzten Jahren in dem sehr multikulturellen Stadtteil immer schwieriger - immer weniger evangelische Menschen leben in der Umgebung des Lutherhauses.

Schwerpunkte liegen deshalb schon immer im guten Miteinander von Menschen unterschiedlicher materieller Möglichkeiten.

Auf Dauer war das Gebäude in seiner ursprünglichen Form jedoch für die Gemeinde nicht mehr finanzierbar, deshalb wurde der Kirchsaal im Jahr 2009 aufgegeben und das gesamte Gebäude in Wohneigentum umgebaut.

Der Gemeinde bleibt der Kindergarten und die Lutherstube als Gemeinderaum für die noch stattfindenen Veranstaltungen wie Gottesdienste, Seniorenmittag und Frauenkreis, außerdem ein Gemeinderaum im Untergeschoss erhalten.

 

Durch die räumliche Nähe zur katholischen Heilig-Geist-Gemeinde bestehen sehr gute ökumenische Beziehungen. Außerdem engagiert sich die Lutherhausgemeinde sehr für die Arbeit der Mobilen Jugendarbeit.